WISSENSCHAFTS-INFORMATIONEN ONLINE

Rubrik: Wissenschaftsvermittlung – Forschung und Lehre

Das Internet hat die Kommunikation wissenschaftlicher Informationen verändert. War es früher die Aufgabe von Medienfachpersonen, wissenschaftliche Inhalte in eine einfache Sprache zu übersetzen und einem breiten Publikum zugänglich zu machen, publizieren, verbreiten und diskutieren heute Forschende, Institutionen und Laien unkoordiniert Inhalte auf neuen Medien und Plattformen. Für Informations-Konsumierende …resultiert eine einfache Sucheanfrage in einer beinahe unbegrenzten Menge an Informationen über ein bestimmtes Thema.

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Mit diesen Veränderungen beschäftigt sich auch die Forschung im Gebiet der Wissenschafts-Kommunikation. Der Artikel ‘New Media Landscapes and the Science Information Consumer’ diskutiert die neusten Untersuchungen und kommt zu folgenden Erkenntnissen:

1. Die Motivation zur online Informationssuche

Die meisten Leute benutzen das Internet als Ressource, um die Bedeutung eines wissenschaftlichen Begriffs nachzuschlagen, ein wissenschaftliches Konzept zu verstehen oder mehr über eine wissenschaftliche Entdeckung oder Newsstory zu erfahren, auf welche sie durch ein anderes Medium aufmerksam wurden.

2. Die Art der Inhalte

Keine bedeutende Unterschiede wurden zwischen den wichtigsten Webseiten und den grössten Tageszeitungen festgestellt.

Die Gewichtung spezifischer Inhalte und das Agenda-Setting findet in beiden Systemen statt, wobei letzteres bei den online-Medien vielschichtiger ist.

Wie weit die öffentlichen Meinung durch die Darstellung der Suchresultate durch Google-Algorhythmen beeinflusst wird, ist eine offene Frage.

3. Die Veränderung der öffentliche Einstellung gegenüber den Wissenschaften

Die Genauigkeit und Vertrauenswürdigkeit von Informationen über Wissenschaft garantiert noch keine positive Einstellung.

Es gibt Anzeichen, dass Internet und Fernsehen die Wissensunterschiede verringern.

Eine Webseite mit wenig Interaktivität generierte mehr Wissen über ein bestimmtes Thema als eine mit einem hohen Level an Interaktivität.

Die positive Haltung einem Thema gegenüber kann den Lerneffekt verstärken.

Inwiefern das Medium die öffentliche Meinung zu einem Thema verändern kann, ist eine offene Frage. Eine Rolle spielen individuelle Voraussetzungen, die Art der Mediation und die Kontextualisierung der Informationen, beispielsweise die Bewertungen und Kommentare anderer Lesenden.

Ausblick

Die Autorin des Artikels stellt fest, dass aktuelle best practices in der online Wissenschafts-Kommunikation auf Erfahrungswerten basieren statt auf empirischen Untersuchungen. Viele Aspekte der online Wissenschafts-Kommunikation wurden noch kaum untersucht, etwa die Bedeutung von Viralität für Wissenschafts-Stories oder der Einfluss von Twitter.

Es gibt noch viel zu tun bei der Erforschung der online Wissenschafts-Kommunikation. Zum Glück kann auf Untersuchen aus anderen Bereichen der Kommunikation, dem Marketing und der Informatik aufgebaut werden. Ein theoretisches Verständnis der Prozesse muss jedoch bald erreicht werden, damit die Wissenschafts-Kommunikation von den Möglichkeiten des Internets umfassend Gebrauch machen kann.

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Brossard D, (2013) New media landscapes and the science information consumer, PNAS August 20, 2013 vol. 110 no. Supplement 3 14096-14101
http://www.pnas.org/content/110/Supplement_3/14096.full


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